Nicht alles an die große Glocke hängen

Social Media Plattformen und Versicherungen

Social Media Internetseiten boomen. Der neueste Trend: Man lädt darüber auch zu Partys ein. „Doch wer über Social-Media-Plattformen wie Facebook, StudiVZ, Wer-kennt-wen etc. einlädt, läuft Gefahr, dass dabei Schäden entstehen, die nicht versichert sind“, informiert Martin Herp, im Vorstand des Bezirks München im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Entwickelt sich nämlich eine solche Feier zu einer Hausabrissparty, ist das Vandalismus. Dann übernimmt die Hausratversicherung den entstandenen Schaden nicht.“

Auch für eventuelle Polizeieinsätze wird die Versicherung nicht aufkommen. Für die Haus- oder Wohnungseigentümer bleibt dann nur die Möglichkeit die Verursacher selbst zur Kasse zu bitten. Das dürfte aber schwierig werden, weil wahrscheinlich nicht alle, die über Social Media Plattformen eingeladen worden sind, auch persönlich bekannt sind.

Verläuft die Party im üblichen Rahmen und geht dabei etwas zu Bruch, ist die private Haftpflichtversicherung des Verursachers für die Regulierung des Schadens zuständig. Dumm ist nur, wenn derjenige über keine verfügt. Dann muss er den Schaden aus der eigenen Tasche bezahlen.

Urlaubsfreuden erst hinterher teilen

In der Urlaubszeit ist noch ein anderer Aspekt wichtig: Soziale Netzwerke laden geradezu dazu ein, seine Urlaubsvorfreude oder -erlebnisse mit anderen zu teilen. Oftmals lesen aber nicht nur Freunde mit. Besonders bei ungeschützten Personenprofilen können dann mögliche Langfinger erfahren, wann ein Einbruch lohnt. Über das Internet lässt sich heutzutage mit relativ einfachem Aufwand die dazugehörige Adresse und durch Online-Straßendienste sogar gleich die Ansicht des Hauses recherchieren. Deshalb sollten Social Media Nutzer ihre Profileinstellungen kontrollieren und ganz genau überlegen, welche Informationen sie über sich Fremden anvertrauen.

„Wurde aufgrund einer zu offenherzigen Mitteilsamkeit im Internet eingebrochen, hat das aber keine Auswirkung auf die Schadenregulierung durch den Versicherer“, informiert Herp. Denn der Einbrecher erhält zwar einen Hinweis, doch es erleichtert ihm nicht den Einbruch, wie beispielsweise ein gekipptes Fenster oder ein versteckter Schlüssel auf dem Türrahmen oder unter der Fußmatte. Am sichersten fährt man also, wenn man von seinem Urlaub erst hinterher erzählt.

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2 Antworten auf Nicht alles an die große Glocke hängen

  1. Martin Herp sagt:

    Vielen Dank Fr. Blaes 🙂

  2. Renate Blaes sagt:

    Sehr schöner Beginn! Den Artikel hätte ich in zwei aufgeteilt …. 😉

    Herzliche Grüße
    Renate Blaes

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