Zum Schulbeginn

Trostpflaster gesetzliche Unfallversicherung

Nach zwei von drei schweren Unfällen ist gar nichts zu erwarten

Nachdem die Sommerferien in Bayern vorbei sind und der Schulalltag wieder eingetreten ist, machen die Versicherungskaufleute darauf aufmerksam, dass die gesetzliche Unfallversicherung bei Schulunfällen und auf dem Weg dorthin nur sehr wenig zahlt. So erhält ein 14-Jähriger bei einem eingetretenen Unfall mit 60-prozentiger Invalidität eine Rente von derzeit 340 Euro monatlich. Bei völliger Erwerbsunfähigkeit werden ihm 567 Euro gezahlt, – zum Leben in Zukunft garantiert zu wenig.

Immerhin passierten in Deutschland 2010 1,3 Millionen meldepflichtige Schulunfälle, 936 davon waren so schwer, dass die betroffenen Schüler eine gesetzliche Rente erhielten. Mag dieses Schicksal für das eigene Kind als unwahrscheinlich angesehen werden, wenn aber der Fall dann doch eintritt, ist der Geldbedarf groß. Rund zwei Drittel der schweren Schulkinder-Unfälle passieren zudem in der Freizeit. Dann bekommt man von der gesetzlichen Unfallversicherung gar nichts.

Solche zum Lebensunterhalt zu geringen Leistungen sind Anlass genug, sich Gedanken über eine private Unfallversicherung für Kinder zu machen. Martin Herp, im Vorstand des Bezirks München im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK), weist darauf hin, dass Zahlungen aus einer privaten Unfallversicherung die Leistungen aus der gesetzlichen Versicherung zudem nicht schmälern.

Der private finanzielle Schutz lässt sich sogar ziemlich preiswert arrangieren. Sind zum Beispiel für den Fall der Vollinvalidität rund 500.000 Euro als Zahlung vereinbart, liegen die Versicherungskosten bei etwa acht Euro monatlich, wenn man einen modernen Progressionstarif wählt. „Damit die Absicherung im Katastrophenfall nicht zum Trostpflaster wird, sollte man diese Größenordnung schon im Interesse der Kinder anpeilen“, raten Herp und Kollegen des BVK. „Zudem greift die private Unfallversicherung nicht nur in der Schule und auf dem Schulweg, sondern auch während aller Freizeitaktivitäten.“

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