Riester- und Rürup-Renten

Zum Jahresende laufen wichtige Fristen aus.

Riestersparer sollten zum Jahresende aufpassen: Denn alle, die für 2009 noch keine Zulagen bei ihrem Anbieter beantragt haben, können dies für das vorletzte Jahr nur noch bis zum 31.12.2011 tun. „Danach ist die staatliche Förderung für die 2009er-Verträge unwiederbringlich verloren“, warnt Martin Herp, im Vorstand des Bezirks München im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). Dass dringender Handlungsbedarf besteht, zeigte eine Studie des Forschungszentrums Generationenverträge der Universität Freiburg. Danach verschenkten allein im Jahr 2008 Riester-Sparer rund 1,3 Milliarden Euro an staatlichen Zuschüssen.

Immerhin fördert der Staat die Altersvorsorge über die Riester‑Rente in 2009 mit jährlich 154 Euro Grundzulage (Verheiratete: 308 Euro) und zusätzlich mit 185 Euro je Kind. Für alle ab 2008 Geborenen erhalten Eltern sogar 300 Euro jährliche Kinderzulage. Schließen unter 25-Jährige, die einem sozialversicherungspflichtigen Job nachgehen einen Riestervertrag ab, erhalten sie zudem einen einmaligen Riester-„Startbonus“ von 200 Euro.

Diese staatliche Förderung wirkt wie ein Sparturbo: Da Riesterverträge Jahrzehnte laufen, können allein die staatlichen Zulagen mit Zinseszinseffekt vierstellige Summen erreichen und damit später eine höhere Rente. Voraussetzung für die volle Förderung aber ist, dass vier Prozent des Vorjahresbruttoeinkommens, mindestens aber 60 Euro im Jahr in den Riestervertrag eingezahlt wurden. Wer weniger in seinen Riestervertrag einzahlt, bekommt die Zulagen automatisch gekürzt. Aber auch hier gilt eine Frist: Das Geld muss auf dem Riesterkonto noch in dem Jahr eingehen, für das später die staatlichen Zulagen beantragt und gewährt werden, also für 2011 noch in diesem Jahr. Einige Riestersparer hatten das in den Vorjahren versäumt. Deshalb hatte der Gesetzgeber im Frühjahr beschlossen, dass in 2011 Beiträge für die Vorjahre noch nachgezahlt werden können.

Änderungen ab 2012

Ab 2012 muss aber der besagte Mindesteigenbeitrag von 60 Euro pro Jahr in den Riestervertrag fließen, um die staatliche Zulage zu erhalten. Und noch etwas ändert sich ab nächstem Jahr: Der frühestmögliche Auszahlungsbeginn von ab 2012 abgeschlossenen Riester-Renten erhöht sich vom 60. auf das 62. Lebensjahr der Vorsorgesparer.

Zudem sollte der Zulagenantrag so bald wie möglich beim eigenen Riesteranbieter eingereicht werden, damit er noch rechtzeitig an die „Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen“ (ZfA) weitergeleitet werden kann. „Ausschlaggebend ist zwar der Eingang des Antrags beim Vertragspartner. Aber da dieser auch eine gewisse Bearbeitungszeit benötigt, sollte man dies nicht auf den letzten Drücker tun“, sagt Martin Herp.

Falls man zu den Vergesslichen zählt, hilft ein so genannter Dauerzulagenantrag, den man bei seinem betreuenden Versicherungskaufmann stellen kann, sofern man eine Riesterversicherung abgeschlossen hat. Dann erfolgt die Beantragung der Zulage jährlich automatisch. Dennoch empfehlen Ritz und Kollegen, zumindest einmal pro Jahr seinen Riestervertrag nachzuprüfen, ob man die Riesterförderung erhalten und nichts ungewollt verschenkt hat.

Förderung von Selbstständigen

Auch Selbstständige können von einer staatlich geförderten Altersvorsorge profitieren und so genannte Rürup- bzw. Basis-Renten abschließen. Bei diesen muss man aber nicht wie bei den Riester-Renten einen Mindestbeitrag einzahlen, um eine staatliche Förderzulage zu erhalten. Vielmehr wird die Altersvorsorge über Basis-Renten steuerlich gefördert: 2011 können Rürup-Sparer 72 Prozent ihrer Beiträge als Sonderausgaben von der Steuer absetzen und damit ihre Steuerschuld senken. Die steuerliche Absetzbarkeit steigt pro Jahr um zwei Prozent an,  bis sie 2025 100 Prozent erreicht. Die maximal zu berücksichtigenden Jahresbeiträge liegen bei Ledigen bei 20.000 Euro (40.000 € Verheiratete) und müssen ebenfalls – wie bei den Riester-Sparern – noch in diesem Jahr auf das Vorsorgekonto eingegangen sein.

Auch bei den Basis-Renten steigt ab nächstem Jahr der frühestmögliche Auszahlungszeitpunkt: Der geänderte Auszahlungsbeginn bei der Riester-Rente ab dem 62. Lebensjahr gilt auch für die Basis-Rente. „Wird der Vertrag noch im Jahre 2011 abgeschlossen, kann die Basisrente schon mit Vollendung des 60. Lebensjahres ausgezahlt werden, ohne die steuerliche Förderung in Form des Sonderausgabenabzugs zu verlieren“, betont Herp.
 

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