Zum Jahresende Geld von Versicherungen retten

 Mit wenig viel erzielen

Meist geht es um Tausender – Frist bei höheren Kosten oft noch nicht abgelaufen

Etwa jeder 13. Autofahrer ist jetzt von seiner Kfz-Versicherung wegen eines Unfalls kräftiger zur Kasse gebeten worden. Doch das Übel lässt sich oft mildern, weil es manchmal finanziell günstiger ist, dem Versicherer die Unfallkosten zu erstatten und dafür den wertvollen Rabatt zu erhalten.


„Für die Rückstufung beim Schadenfreiheitsrabatt ist nicht die Höhe der Schäden, sondern die Zahl der Unfälle entscheidend“, meint
Martin Herp, im Vorstand des Bezirks München im Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK).
„Mehrere kleine Unfälle ergeben also einen höheren Rabattverlust als ein teurer Schaden.“


Kostet ein Unfall nur bis zu 500 Euro, ist es günstiger ihn selbst zu begleichen, als eine Höherstufung in der Kfz-Haftpflicht zu riskieren. Bei Unfallkosten bis 1.000 Euro – ohne Eigenschäden1) – sollte man auf jeden Fall eine sorgfältige Gegenrechnung über die kommenden vier oder fünf Jahre anstellen und sich dann für oder gegen die Kostenerstattung entscheiden. Herp und Kollegen schätzen, dass es für fast jeden dritten Unfallverursacher Sinn macht, den alten Rabatt zurückzuholen und dadurch in den kommenden Jahren etwa tausend Euro weniger zu zahlen.2)


Das Geschäft „alter Rabatt gegen Geld" funktioniert nur innerhalb von sechs Monaten, nachdem der Versicherer eine Mitteilung über die Höhe der gezahlten Entschädigung geschickt hat. Da diese Mitteilung aber bei Kosten ab 500 Euro unterbleiben kann, gibt es für viele dieser Unfälle auch aus dem ersten Halbjahr 2010 noch eine Chance zur Rabattkorrektur. „Wer jetzt die Mitteilung über die Abrechnung anfordert, setzt damit die Sechsmonatsfrist erst in Gang", informiert Herp, „und kann damit mit wenig Aufwand eventuell viel erzielen.“ Bei Unklarheiten wendet man sich am besten an seinen Versicherungsvermittler.

1) In der Vollkaskoversicherung, der Versicherung für Eigenschäden, gelten je nach Vertragspartner andere Regeln; mitunter ist der Rabattrückkauf aber auch möglich.

 

2) Beispiel: Ein Auto mit der Haftpflicht-Schadenfreiheitsklasse (SF) 3 = 70 Prozent kostet etwa 440 Euro. Das wird nach einem Schaden auf SF 1 (100 % = 630 Euro) hochgestuft. Durch Rückzahlung an den Versicherer, also ohne diesen Schaden, würde der Vertrag im nächsten Jahr die SF 4 = 60% erreichen und nur 380 Euro kosten. Bereits im ersten Jahr würde die Differenz bzw. Ersparnis also 250 Euro betragen. Die sich in den folgenden Versicherungsjahren ergebenden Differenzen können sich in fünf Jahren auf rd. 650 Euro summieren, in zehn Jahren sogar auf 1.200 Euro.

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