Kreuzfahrten und Versicherungen

Knauserigkeit zahlt sich nicht aus

Trotz der Havarien der Costa Concordia und Costa Allegra boomt die Kreuzschifffahrtsbranche. Viele vermögende Touristen buchen eine Schiffsreise mit allerlei Unterhaltungs- und Wellnessangeboten, die zudem alle paar Tage in einen anderen interessanten Hafen führt. Doch eine Kreuzfahrt mit vier- bis fünfstelligen Kosten kann noch vor ihrem Beginn zu einem finanziellen Desaster führen: Nämlich, wenn sie wegen einer Krankheit, eines Unfalls oder wegen dem Tod naher Angehöriger abgesagt werden muss. „Daher ist es empfehlenswert, bei einer sehr kostspieligen Reise auch gleich an Versicherungen zu denken, die das finanzielle Risiko einer plötzlichen Stornierung tragen“, sagt Martin Herp, Versicherungsmakler.

Bei einem unvorgesehenen Reiserücktritt fallen je nach Zeitpunkt bis zu 100 Prozent der Kosten an. Dann stellt sich auch die Frage, wie man diese Summe absichert. „Die Reiserücktritts-Versicherung übernimmt beispielsweise die Kosten, wenn man unerwartet vor der Reise zurücktreten muss“, informiert Martin Herp. „Wenn man angesichts der aktuellen Havarien Angst vor einer bereits gebuchten Kreuzfahrt hat, erkennen das Versicherungen aber nicht als einen Grund an.“

Im zweiten Fall springen Reiseabbruch-Versicherungen ein, wenn der Urlaubstraum zum Beispiel wegen einer schweren Erkrankung platzt. Dabei richtet sich der Ersatz nach dem Zeitpunkt des Reiseabbruchs. In der Regel erstattet die Reiseabbruch-Versicherung den vollen Preis bei einer vorzeitigen Rückreise in der ersten Woche, danach wird er anteilig gezahlt.

Bei den Reiserücktritts-Versicherungen gibt es bei Prämien im Durchschnitt zwischen 80 bis 200 Euro Tarifvarianten, die nicht nur bei Verhinderung aufgrund einer plötzlich auftretenden schweren Erkrankung oder dem Tod naher Angehöriger leisten, sondern auch, wenn beispielsweise ein unvorgesehener Jobwechsel oder eine Impfunverträglichkeit den Reiseantritt verhindern. Allerdings gilt der Versicherungsschutz nicht, wenn aufgrund schon bekannter Krankheiten die Reise abgesagt werden muss, beispielsweise wenn man schon ein halbes Jahr vor Versicherungsbeginn an einer chronischen Krankheit litt, die sich dann kurz vor der Reise verschlimmerte.

 

Krankheiten im Ausland können teuer werden

Zugegeben: Wer sich eine Reise für 10.000 Euro leisten kann, wird sicherlich auch Geld für eine ärztliche Behandlung im Ausland erübrigen. Doch diese kann bei einer schweren Erkrankung ebenso teuer werden, wie die Reise selbst. Denn schon z.B. ein medizinisch notwendiger Ambulanzflug schlägt mit bis zu 8.000 Euro zu Buche. Daher sollte man in diesem Bereich nicht knausern, rät Martin Herp: „Die private Auslandskrankenversicherung ist die wichtigste Versicherung bei einer Reise überhaupt. Sie deckt bei einer Erkrankung außerhalb Deutschlands in der Regel für eine Reisezeit von bis zu sechs Wochen alle medizinisch notwendigen Behandlungen ab – auch Krankenrücktransporte – und kostet zirka 10 – 20 Euro Jahresbeitrag für die Familie.“

Unverzichtbar ist ebenfalls eine private Haftpflichtversicherung, die für Schäden aufkommt, die man unbeabsichtigt anderen auf der Reise zufügt. Diese Versicherung ist meist schon für einen zweistelligen Betrag im Jahr zu haben und schützt vor Ansprüchen von Geschädigten – und zwar nicht nur im Urlaub. Sie sollte daher in keinem Haushalt fehlen.

 

Zahlreiche Tarifoptionen

Alle Reiseversicherungen sollten natürlich den für die jeweilige Situation angemessenen Versicherungsschutz zum richtigen Zeitpunkt entfalten. Beispielsweise sollte eine Reisegepäck-Versicherung nicht nur den Verlust der gesamten wertvollen Habe ersetzen, sondern auch Beschädigungen, und dies ohne einen Selbstbehalt. Denn die Fluggesellschaften zahlen nur vier Euro pro Kilo verlorengegangenem Reisegepäck. Häufig ist aber der Inhalt des Gepäcks um ein Vielfaches wertvoller, wenn Reisende Schmuck und Smoking für Abendgalas mitnehmen.

Was viele nicht wissen, ist, dass die eigene Hausratversicherung auch Eigentum und Wertsachen während einer Reise bis zehn Prozent der Versicherungssumme abdeckt, solange sie sich verschlossen in einem Gebäude, wie z. B. einem Hotel befinden. Da Schiffe keine Gebäude sind, existiert hier kein Versicherungsschutz, außer man vereinbart ihn extra dazu. Bei Bargeld liegt das Limit je nach Vertrag bei maximal 1.000 Euro. „Aber es ist ohnehin nicht empfehlenswert mehr Bares bei sich zu haben“, betont Herp. Doch Versicherungsverträge sind nicht jedermanns Sache. Daher helfen hier die Versicherungsvermittler weiter. Sie kennen die feinen, aber wichtigen Tarifunterschiede der Verträge und sind auch wichtige Ansprechpartner, wenn es zum Versicherungsfall kommt.


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