Einbrüche haben Konjunktur

Kürzlich veröffentlichte der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) schockierende Zahlen: Die Anzahl der versicherten Wohnungseinbrüche ist in 2011 um 15 Prozent auf 140.000 gestiegen. Hinter diesen Zahlen stehen schlimme Erfahrungen der Leidtragenden: „Es beängstigend, wenn man nach Hause kommt und findet die Eingangstür oder die Fenster aufgebrochen, die Wohnung zerwühlt und Wertgegenstände gestohlen“, sagt Martin Herp Versicherungsmakler und der Bundesverband Deutscher Versicherungskaufleute (BVK). „Schließlich gehört das eigene Heim zum innersten Kern des privaten Lebens, das Fremde verletzt haben.“

Neben diesem Schock und Eingriff in die Privatsphäre haben Betroffene viele Verluste zu beklagen: Einbrecher nehmen alles mit, was sich schnell und leicht transportieren lässt, wie Schmuck, Smartphones, Laptops – und natürlich auch Bargeld. Laut GDV entstand dabei in 2011 ein Schaden von durchschnittlich 3.050 Euro, so hoch wie noch nie.

„Ist man Leidtragender eines Einbruchs, kommt nur die eigene Hausratversicherung für die finanzielle Entschädigung auf“, informiert Herp. „Sie übernimmt die Wiederbeschaffungskosten für gestohlene Gegenstände und erstattet die Kosten für Reparaturmaßnahmen der aufgebrochenen Fenster, Türen und sonstige Vandalismusschäden. In der Regel decken die Policen auch zeitweilige Übernachtungskosten ab, wenn die Wohnung so verwüstet wurde, dass sie erstmal unbewohnbar ist.“

Immerhin haben schon 77 Prozent aller Haushalte eine solche Hausratpolice abgeschlossen. „Dennoch sollte die Versicherungssumme in angemessenen Zeiträumen überprüft werden. Schließlich verändert sich in den Jahren der Versicherungswert des eigenen Hausstands mit zusätzlich erworbenen Gütern“, so Herp. Als Richtwert gelten 650 Euro pro Quadratmeter Wohnungsfläche, um die richtige Versicherungssumme zu berechnen und nicht unterversichert zu sein.

Was viele Versicherte nicht wissen, ist, dass die Hausratversicherung nicht nur den Fahrraddiebstahl mitversichern kann, sondern auch als eine Außenversicherung Schäden abdeckt. Denn wenn jemandem draußen mit Gewalt etwas geraubt wird (Raubüberfall), kommt sie auch für Schäden auf, maximal aber für zehn Prozent der Hausrat-Versicherungssumme. Bei Bargeld liegt das Limit je nach Vertrag bei maximal 1.000 Euro. Ein Angriff auf die Person oder schon die Androhung von Gewalt reichen aus, damit die Hausratversicherung für den Schadenersatz zuständig ist. Für die spätere Schadensregulierung sind dabei Zeugenaussagen wichtig.

Die Gefahr des Einbruchs lässt sich übrigens mit relativ einfachen und sympathischen Mitteln verringern: Durch aufmerksame Nachbarn und mit Zeitschaltuhren gesteuerten Radios. Dann erweckt eine leere Wohnung für Einbrecher nicht den Eindruck, dass sie unbewohnt ist.

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